Heldart

Ausgangspunkt

12/2012   MAPS & ORIENTATION  TEIL 1  (roadmap 2013 and natürlich beyond)

PDF #11

INDEX 

5 schritte fuer verschiedene richtungen, bestehend aus:

                  1. vorschlag

                  2. datum

                  3. satellit

                  4. fahrzeug mit flakscheinwerfer 

                  5. schlauen worten am schluss

zu 1. der Vorschlag:

datum
19. Dezember 2012, 19 Uhr
ort 
Strassen – Dreieck Erkelenzdamm – Böcklerstrasse – Fraenkelufer
was
dort wird ein kleiner Militärlaster (Baujahr 1974) geparkt.
aktion
Auf der Ladefläche ist ein grosser Suchscheinwerfer montiert. Das 1974 gebaute Vehikel diente der optischen Markierung und Beleuchtung von Militärflugplätzen oder aber der Beleuchtung von Flugzeugen am Himmel, um sie abzuschiessen zu können.
Die Inbetriebnahme dieses Scheinwerfers erfolgt um 19 Uhr. Pünktliches Erscheinen wird empfohlen.
dauer der aktion
2 Stunden. Aufgrund der Lärm und –Lichtemissionen kann es zu einer verfrühten Einstellung der Aktion kommen. Es gibt alkoholische wärmende Getränke.
wer
12 Künstler sind eingeladen, eine Arbeit mit den Elementen Datum (Satellit), Fahrzeug (Suchscheinwerfer), schlauen Worten, die sich am Ende dieses Propsals befinden – zu machen. In MAPS & ORIENTATION  TEIL 1) geht es erstmal nur um die Aktion.
Aussichten, Prognosen, Ausblicke, Hoffnungen, Vorstellungen, Behauptungen, Gesetze oder nichts davon kann man dann Ende Februar 2013 sehen, wenn die Arbeiten der 10 Künstler in  MAPS & ORIENTATION  TEIL 2 ausgestellt werden. Übrigens:
einige Interpretationen des Maya Kalenders gehen von einem Untergang des Abendlandes oder sogar der gesamten Welt am 21.12. 2012– also zwei Tage nach der Aktion – aus

 

zu 2. das datum

19.12.1974: Von Kap Canaveral (USA) aus wird der erste europäische Nachrichtensatellit gestartet, ein deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt namens “Symphonie”. (QUELLE CHRONIKNET)

Der Name „SYMPHONIE“ kann mit Zusammenklang übersetzt werden und sollte die absolut gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen dem damaligen Westdeutschland und Frankreich ausdrücken.

 

zu 3. der satellit

Der Start war ursprünglich mit der gescheiterten Europarakete in Europa geplant. Schließlich wurde er mit einer Delta 2914 Rakete von Cape Canaveral in den USA gestartet. Jedoch machte die US-Regierung hierfür die Auflage, dass der Satellit lediglich für Testzwecke und nicht operationell eingesetzt würde, da sie das eigene Monopol für Nachrichtensatelliten schützen wollte.
(Das war der Grund für das sich an den Symphonie Start anschliessende Engagement Europa’s, eine eigene Trägerrakete zu entwickeln, das sich einige Jahre später in der Rakete Ariane manifestierte).

Der Hauptkörper des Satelliten hatte die Form eines sechseckigen Prismas, und die drei ausklappbaren Solarzellenausleger waren jeweils um 120° zueinander versetzt. Die Solarzellenausleger waren starr am Satelliten befestigt und wurden deshalb nacheinander während eines Erdumlaufes von beiden Seiten beschienen.
Der Satellit hatte zwei Parabolantennen zur Datenübertragung in einen westlichen und/oder einen östlichen Footprint und eine kleinere Hornantenne für den Empfang der Daten vom sichtbaren Drittel der Erde.
Symphonie war ein geostationärer Satellit. Geostationär nennt man einen Satelliten, der in der Äquatorebene in einer Bahnhöhe von 36.000 Kilometern einmal in 24 Stunden synchron mit der Erde umläuft, d.h. der für einen Betrachter auf der Erde scheinbar stillsteht. Auf diese Weise ist ständige Nachrichtenübertragung möglich, wie von einem sehr hohen Funkturm.


4. das fahrzeug

Bezeichnung: UAZ 452 Flakscheinwerfer

Baujahr: 1974

Klassifizierung: Youngtimer (G)

Herstellerland: Russland

Fahrzeugtyp: Militärfahrzeug > Lkw / Transporter

Außenfarbe: flecktarn

Interieur: grün (andere)
  

5. schlaue worte, die man lesen oder lassen kann

QUELLE:
Hans-Dieter Gelfert typisch amerikanisch (wie die Amerikaner wurden was sie sind)


Wissenschaftler erforschen die Welt und treiben ihre Fragestellung bis zu letzten, nicht mehr hinterfragbaren Basisphaenomenen.

Philosophen gehen noch einen Schritt weiter und fragen nach dem Wesen dieser letzten Phänomene und danach, ob es sinnvoll ist, die Frage überhaupt zu stellen. Dabei werden sie von zwei Motiven angetrieben, vom Zweifel am bisher Geglaubten und vom Verlangen nach etwas, woran sich begründet glauben lässt.

In der deutschen Philosophie was das zweite Motiv traditionell immer das stärkere. Von Meister Eckhart über Jakob Böhme, Kant und Hegel bis hin zu Heidegger suchten alle deutschen Denker nach dem letzten Grund der Welt. Selbst Kant, der vom radikalen Zwiefel David Humes, wie er sagte, “aus seinem dogmatischen Schlummer geweckt wurde”, schrieb seine drei Kritiken mit dem Ziel, Raum für die letzten Dinge zu schaffen, die er nicht mehr erklären, sondern nur noch postulieren konnte, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit.

Ganz anders verlief die Entwicklung in England. Hier war seit der Scholastik der Zweifel die treibende Kraft. Schon Roger Bacon (1214 – 1294) und William Occam gaben der empirischen Erkenntnis gegenüber der kirchlichen Dogmatik so viel Raum, dass sie sich Kritik seitens der Kirche zuzogen. Mit Francis Bacon (1561 – 1626) setzte dann die bis heute ungebrochene englische Tradition des kritischen Zweifels ein, die über Hobbes zu den Empiristen John Locke und David Hume führte und später in die analytische Philosophie überging, die seit langem in England das Feld beherrscht. Englische Philosophen fragen nicht nach dem letzten Grund der Welt, sondern nach den letzten Grundlagen einer in sich widerspruchsfreien sprachlichen Aussage über sie. Darüber hinaus suchen sie nach den Prinzipien, die den Menschen ein optimales gesellschaftliches Zusammenleben ermöglichen. Von Hobbes’ autoritärem Staatsentwurf über John Lockes liberales Modell der Gewaltenteilung ging es weiter zu Jeremy Benthams utilitaristischem Prinzip “des grössten Glücks der grössten Zahl” bis hin zu John Stuart Mills und Herbert Spencers Theorien der bürgerlichen Freiheit.

In einem langsamen und stetigen Entwicklungsprozess bildete sich dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem von Deutschland herkommenden idealistischen Denken und dem englischen Utilitarismus jener Pragmatismus heraus, der zur charakteristischen Philosophie Amerikas wurde. Louis Menand schildert diesen Prozess in s1einem Buch The Metaphysical Club. A story of ideas in America (2001) wie einen spannenden Roman. Anders als der englische Utilitarismus, der sich  mit der Analyse der Nützlichkeitsaspekte im individuellen menschlichen Handeln begnügte, sucht der von Charles Sanders Peirce (1839 – 1914), William James (1842 – 1910) und John Dewey (1859 – 1952) begründete amerikanische Pragmatismus in einem viel umfassenderen Sinn nach den Prinzipien desjenigen Handelns, das für die Gesellschaft insgesamt von langfristigem Nutzen ist, wobei sich diese Suche auch auf die Prinzipien des Suchens selber erstreckt. William James scheute sich dabei nicht, in die heilige Sphäre der Philosophie Begriffe wie cash – value und  profit einzuführen…

…Bis heute blieb das amerikanische Denken durch den Pragmatismus geprägt. Amerikaner schauen nicht hinab in den Heideggerschen Urgrund des Seins, aus dem sich das Seiende “entbirgt”, sondern nach vorn. Sie wollen wissen, welches Handeln welche Erfolge zeitigt und welche Erfolge weitere Erfolge versprechen, wobei das Erzielen weiterer Erfolge das entscheidende Erfolgskriterium ist. Das amerikanische Denken vollzieht sich wie die Besiedlung des Kontinents horizontal in einen offenen Horizont hinein, indem es nach den breitesten und sichersten Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens sucht, während das kontinental-europäische seit Descartes traditionell vertikal ausgerichtet ist, indem es nach dem tiefsten Grund der Welt und der höchsten Bestimmung des Menschen fragt.

Kommentar:

Die in der obig gemachten philosophie-geschichtlichen Abhandlung über eine horizontale und vertikale Achse, findet sich formal in der Beleuchtungseinheit des Fahrzeug wieder. Der aussergewönlich starke Lichtstrahl wird horizontal und vertical eingesetzt.

1.jpg UAZ 452 anti aircraft search light, 1974
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