Heldart

06/2011  judith fegerl    lazy eight

PDF int. #2

Lazy Eight
In der zweiten bislang erfolgten Raumbesetzung stellt Judith Fegerl im Interstitial #2 ein Implantat vor – ein Raumimplantat: Dieses “Ding” saugt die Peripherie und Versorgungsleitungen des Ausstellungsraumes in sich auf. Sie werden zu machtvoller Dichte komprimiert, die Umgebung tritt zurück. Das Objekt wird zu einem eigenen Raum – zum Subjekt. Die Dichte dieses Subjekts ist energiereich und zugleich schwerfällig – ‘sluggish’, der Raum selbst wird durch die Kompression unendlich.

Judith Fegerl
Im Mittelpunkt von Judith Fegerls künstlerischem Werk steht die symbiotische Verbindung von Mensch und Maschine, von Körper und Technik, von Raum und Zeit. Sie simuliert Laborsituationen und entwickelt technische Rekonstruktionen menschlicher Organismen. Sie ergänzt organisch gewachsenes Material durch anorganisches und setzt so ein Wechselspiel zwischen Wissenschaft und Kunst in Gang.
Der menschliche Körper dient als Rohstoffquelle und als Resonanzkörper, der sinnlichen Erfahrungen ausgesetzt wird. Elektrischer Strom sowohl als metaphysische Energiequelle als auch als Metapher der Industrialisierung und als Voraussetzung für den Lebensstil unserer modernen Gesellschaft wird plakativ verwendet, um den Objekten Leben einzuhauchen und wieder zu nehmen, um Energie sichtbar und spürbar zu machen.
Mit großem technischem Verständnis bedient sich Judith Fegerl unterschiedlichster Medien und Technologien, um ihre hybrid organisierten Objekte und Räume zu entwickeln. Sie stehen stets in enger Beziehung zu ihrem Umfeld.

mirror.jpg antechamber (stereo split)
7.jpg prélèvement de flux, 2011
5.jpg installation view
1.jpg encapsul 2011